| Geschätzte
Anbaufläche
Deutschland 200 ha,
Österreich 170 ha
Verwendung
Die frisch geriebene Wurzel auch mit geriebenem Apfel
vermischt, wird zu Schinken, gebratenem oder gekochtem Fleisch
serviert. Auch in konserviertem Zustand als Sauce oder getrocknet
im Handel. Stechend scharfer Geruch und Geschmack durch Allylsenföl.
Boden und Klima
Meerrettich benötigt tiefgründige, humose und mittelschwere
Böden
mit guter Wasserführung. Schwere
Böden behindern die Erntearbeiten Seichte Böden oder Böden
mit Verdichtungserscheinungen sind ebenfalls nicht geeignet.
Warmfeuchtes Klima mit ausreichenden Niederschlägen ist optimal.
Auch halbschattige Lagen werden gut vertragen.
Sortenbeispiele
Sorten im engeren Sinn sind nicht im Handel, nur regionale
Herkünfte: Bayerischer, Edelkofener, Nederlinger, Steirischer.
Düngung (kg/ha)
Stickstoff N |
Phosphat P2O5 |
Kali K2O |
Kalk (CaO) |
Organische Düngung |
130-160 |
60 |
180 |
- |
200
dt/ha |
Reichliche Versorgung mit organischer Substanz ist empfehlenswert.
Stickstoffgaben sind möglichst zu teilen. Auf ausreichende
Versorgung des Bodens mit Bor ist zu achten. Schwefelhältige
Düngemittel verwenden.
Anbau
Anbautermin |
Vermehrung |
Reihenweite |
Pflanztiefe |
Pflanzenstärke |
Mitte
April |
Vegetativ |
80
x 15-30 |
10
cm |
1.200
kg/ha |
Zum Anbau kommen nur Wurzelschnittlinge in einer
Länge von ca. 25 cm und einer Dicke von rund 1 cm. Obwohl
die Pflanze mehrjährig ist, wird sie im kommerziellen Anbau
nur einjährig genutzt. Die Pflanzung erfolgt händisch oder
durch adaptierte Pflanzmaschinen. Bei händischer Pflanzung
werden die Schnittlinge in ca. 10 cm tiefeFurchen in einem
Winkel von 45° so gelegt, dass ihre Spitzen alle in eine Richtung
weisen. Anschließend werden die Furchen mit Erde verfüllt
und die Erde angepresst.
In trockeneren Lagen ist eine Bewässerungsmöglichkeit erforderlich.
Unkrautregulierung
Gegen Schadgräser und Quecke ist nach §18 Genehmigung
der Einsatz von
FUSILADE MAX
mit 1 l/ha bzw. 2 l/ha möglich.
Krankheiten und Schädlinge
Der Krenblattkäfer, Blattläuse, Erdflöhe, großer Kohlweißling
und Rübsenblattwespe und andere von diversen Kohlarten bekannte
Schädlinge können mit
KARATE ZEON
(75 ml/ha) mit §18 Genehmigung bekämpft werden. Gegen Weißer
Rost und Meerrettichschwärze, die zu den wichtigen pilzlichen
Pathogenen gehören, ist
ORTIVA
(1 l/ha) genehmigt
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Larve
des Krenblattkäfers
(nat. Größe 4mm)
(Phaedon armoraciae, bzw. Phaedon cochleariae) |
Krenblattkäfer,
mit gelbem Ei
(oben)
(Phaedon armoraciae, bzw. Phaedon cochleariae) |
Ernte und Ertrag
Da der stärkste Zuwachs erst im Spätsommer/Frühherbst
stattfindet, erfolgt die Ernte möglichst spät. Man wartet
entweder bis die grünen Blätter nach erstem Frost abfrieren
oder häckselt die Blätter vor der Wurzelernte knapp über dem
Erdboden. Die Ernte erfolgt mit einem adaptierten Kartoffelernter
oder Schwingsiebroder möglichst tief um lange Stangen zu erhalten
und keine Wurzelstücke um Boden zurückzulassen, die in der
Folgekultur austreiben und stören. Die Wurzelstangen werden
händischaufgearbeitet, nur gerade, verletzungsfreie Stangen
werden für den Frischmarkt zugerichtet. Meerrettich kann bei
Temperaturen um den Gefrierpunkt und einer Luftfeuchtigkeit
von 90-95% mehrere Monate gelagert werden. Erträge von 12.000-16.000
kg/ha sind möglich.
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